Ich bin amüsiert vom Thema “Namensänderung”. Nicht wegen der Namensänderung an sich – nein, ich freue sehr mich darauf, dass wir nach unserer Hochzeit den gleichen Nachnamen tragen werden und endlich ganz klar und offensichtlich eine Familie sind. Was mich nervt sind die umständlichen Regelungen bei den verschiedenen Ämtern, was mich amüsiert sind die Reaktionen mancher aus unserem Umfeld.

“Was macht ihr mit Euren Namen?” ist eine gängige Frage wenn wir erzählen, dass wir heiraten werden. Auf meine Antwort, dass ich Bines Namen annehmen werde, kommt fast immer ein völlig erstauntes “wiiiiiie? so richtig”?” auch mal variiert als “waaaas? so komplett?”. Ja. So richtig und so komplett.

Ich weiß, das Erstaunen, das “richtig” und das “komplett” bezieht sich vor allem darauf dass ich meinen bisherigen Nachnahmen so richtig komplett abgebe. Kein Doppelname, keine getrennten Namen. Ob mein Name nicht zu meiner Identität gehöre werde ich oft gefragt. Doch. Und genau das ist der Punkt. Mir – uns – ist ein gemeinsamer Nachname wichtig. So richtig komplett. Ohne Bindestrich. Es ist für uns ein Zeichen dafür, dass wir so richtig komplett zusammen gehören. Die Entscheidung darüber welcher Nachname es sein soll, haben wir erst nach dieser grundsätzlichen Entscheidung gefällt. Ich mag auch meinen bisherigen Namen und selbstverständlich liebe ich meine Familie, all das hat nichts mit unserer Entscheidung zu tun. Es ist fast so, als müsse ich mich vor manchen dafür rechtfertigen, als wäre diese Entscheidung nicht emanzipiert “genug”, weil sie (früher als Zwang) Zeichen einer patriarchalen Gesellschaft war. Ich bin froh, dass wir – ganz persönlich – von solchen patriarchalen Zwängen nicht betroffen sind und diese Entscheidung ganz frei aus ganzem Herzen treffen konnten. Und ich würde mir wünschen mich nicht dafür rechtfertigen zu müssen – nein, nicht mal Verwunderung zu ernten. Ich finde, gerade an diesem Punkt, ist Freude angebracht! Es ist eine gute Sache, dass es uns ermöglicht wird, ganz freiwillig zu entscheiden, welchen Nachnamen wir tragen möchten.

Punkt zwei, die Ämter. Das ist tatsächlich ein Ärgernis, wenn auch ein irgendwie amüsantes. Es scheint unmöglich zu sein, wenigstens die Anträge für neue Personal- oder Studienausweise etc. bereits vor der Hochzeit zu stellen um dann fix die neuen Papiere zu bekommen. Beispiel Studienausweis: Nur einen einzigen Tag werde ich mit dem neuen Ausweis noch meinen alten Namen tragen. Die Dame am Telefon erklärt mir, das sei doch nicht so schlimm, dann stimme eben der Ausweis ein paar Tage nicht. Bis der neue Ausweis komme, könne es allerdings eine Weile dauern. Aber schließlich müssten sie sich schon absichern. Absichern? Vor was? Ist es nicht mein Risiko wenn auf meinem Studienausweis (der ja nichtmal ein amtliches Ausweisdokument ist, sondern vor allem als Busticket dient) ein falscher Name steht? Wem würde ich damit schaden??? Offenbar muss ich mich damit abfinden einige Wochen ein Zwischending zu sein: anders zu heißen als in meinen verschiedenen Papieren steht. Scheint normal zu sein, ich find’s trotzdem komisch.